SoftAngel: Neue Notruf- und Hilfe-App auf Bluetooth-Basis

| 11. Mai 2016 | Ein Kommentar

SoftAngel IconSoftAngel ist eine neuartige Notruf-App, über die sich ebenfalls Hilferufe zu anderen App-Nutzern in der direkten Umgebung absetzen lassen. Das Besondere: SoftAngel nutzt dazu die Bluetooth Low Energie-Funktion (BLE) aktueller Smartphones und funktioniert damit auch, wenn weder Mobilfunknetz noch WiFi verfügbar ist. SoftAngel ist kostenlos, werbefrei, sammelt keine Nutzerdaten und ist ab sofort für iPhone und iPod Touch sowie Android-Geräte erhältlich.

Ein Mädchen wird im WC in der Schule oder an der U-Bahnstation bedrängt, ein Kind hat sich unbemerkt entfernt, ein Rollstuhlfahrer braucht Hilfe, der Hund ist weggelaufen, es besteht ein medizinischer Notfall – die vorstellbaren Szenarien, in denen SoftAngel nützlich bis rettend sein kann, sind vielfältig.

Mit Touch auf ein vor- oder selbstdefiniertes App-Icon wird allen SoftAngels via Bluetooth im Umkreis angezeigt, dass und welche Hilfe benötigt wird. Im Ernstfall muss so keine Nachricht geschrieben werden, kein Mobilfunknetz oder WiFi dafür zwingend verfügbar sein.

Je nach Situation können Helfer so selbst eingreifen oder entsprechende Sicherheitskräfte alarmieren. Dafür lassen sich via App ebenso herkömmlich medizinische Notfälle melden und ggf. die Polizei rufen. Eine integrierte Alarmsirene hilft zudem, Angreifer akustisch abzuschrecken oder alle Personen im Umkreis auf sich aufmerksam zu machen.

„SoftAngel kann dank Bluetooth auch dann helfen, wenn übliche Smartphone-Verbindungen versagen“, sagt Max Hohendorn, Junior CVO der Techno Et Control GmbH & Co KG. „Eine Mobilfunkverbindung, ein Wifi, selbst eine SIM-Karte sind für eine Not- oder Hilfesignalisierung damit nicht länger zwingend notwendig.“

Die App-Entwickler von SoftAngel nutzen damit die Vorteile der Near Range Communication-Technologie – je größer die Anzahl der App-Nutzer in der Nachbarschaft, im Kindergarten, in der Schule, Universität und sonstigen Community ist, umso schneller kann jeder jedem helfen. Aktuell erreichen die über Bluetooth abgesetzten Notrufe und Nachrichten nur alle SoftAngel-Nutzer in einem Umkreis von 20 Metern, an einem Update mit größerer Reichweite wird bereits gearbeitet. Ziel ist es, via Smartphone Bluetooth LE ein neues Sicherheitsnetzwerk zu etablieren.

Einfach zu bedienen, international nutzbar – bereits in fünf Sprachen erhältlich

SoftAngel sammelt keinerlei Nutzerdaten, noch greift die App auf Kontakte oder andere persönlichen Informationen zu. Gespeichert werden ausschließlich Mitteilungen, die über die App empfangen und selbst gespeichert wurden. Bei Notrufen wird die persönliche Notfallnummer verwendet, die zuvor selbst im Setup-Prozess festgelegt wurde und die bei Bedarf jederzeit geändert werden kann. SoftAngel ist kostenlos und darüber hinaus auch werbefrei, so dass eine umgehende Nutzung gewährleistet bleibt. Aktuell ist die App in Deutsch, Englisch, Spanisch, Italienisch und Französisch verfügbar. Weitere Sprachen sollen mit dem nächsten Update folgen.

Entwickelt wurde SoftAngel von der Abteilung „Pixelstapler“ des Karlsruher IT-Unternehmens Techno Et Control, die sich aus jungen Ingenieuren und Informatikern, Studenten, Auszubildenden und Praktikanten zusammensetzt.

Tatsächlich ist die sehr kleine Reichweite von nur 20 Metern ein richtiges Problem, denn diese Distanz kann man auch noch mit der Stimme schaffen. Es ist also dringend erforderlich, die Reichweite anzuheben, damit die App für die meisten Situationen Sinn macht. Die Bedienung ist gut gelöst, man sollte sich aber die Zeit nehmen, die Bedienhinweise unter dem i-Button oben links anzusehen.

Wenn wir es positiv ausdrücken, ist diese App ihrer Zeit voraus und setzt auf eine Technologie, die erst am Anfang steht. Praktisch gesehen, ist die Reichweite sogar für urbane Umgebungen einfach zu klein. Da hilft dann der Anruf bei der hinterlegten Notrufnummer – nur den kann ich auch ohne diese App machen. Ganz nett ist die Messenger-Funktion über Bluetooth, da gibt es schon Möglichkeiten, wenn man sich vorher abspricht…

Softangel für iPhone, iPod Touch und iPad (Vergrößerungsmodus) benötigt iOS 9.0 oder neuer. Die deutschsprachige App braucht 22,6 MB Speicherplatz und wird dauerhaft kostenlos angeboten.

Softangel für Android benötigt Android ab Version 5.0 oder neuer. Die App belegt 6,7 MB, ist in deutscher Sprache und wird dauerhaft kostenlos angeboten.

Hilfe aus der direkten Umgebung holen - mit der App Softangel funktioniert das über Bluetooth LE - allerdings nur im Umkreis von wenigen Metern.

Hilfe aus der direkten Umgebung holen – mit der App Softangel funktioniert das über Bluetooth LE – allerdings nur im Umkreis von wenigen Metern.

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Kategorie: Soziale Netze

Über den Autor ()

Markus Burgdorf ist App-Experte mit rund 10.000 getesteten Apps. Er schreibt für App-kostenlos.de, App-kostenlos.at, App-kostenlos.ch, Apps-Free.co.uk, Deutsche-Apps.de, Universal-App.com, App-des-Tages.com und weitere Seiten. Zusätzlich berät er App-Herausgeber über die App Agency und ist Geschäftsführer der PR-Agentur Avandy GmbH.

Kommentare (1)

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  1. Ulrich Hohendorn sagt:

    Hallo Herr Burgdorf,

    vielen Dank, dass Sie sich mit unserer App ausführlich beschäftigt haben. Mein junges Team freut sich wirklich darüber! Sie haben es richtig gesagt, dass wir ganz am Anfang einer neuen Technikära – mit unserer Idee – stehen. Die 20 Meter scheinen vordergründig wenig zu sein. Aber genau das ist das, was wir wollten. Einerseits werden die Netze für NRC künftig ausgebaut und andererseits ist der Notruf an Sicherheitsbehörden nicht unser Hauptaugenmerk. Auch gibt es Smartphones, welche eine wesentlich größere Reichweite haben.

    Logischerweise braucht man SoftAngel nicht zwingend, wenn man gesehen oder gehört wird. Aber wir meinen, dass wir hier weiter gedacht haben. Stellt man sich vor: Jemand befindet sich im Nebenzimmer (Gang, WC, Keller, o.ä.), da wird man nicht gesehen/gehört und hat ggf. auch kein Netz. Oder man weiß nicht so genau, was einen gerade ängstigt. Will man dann gleich die Polizei rufen? Schwierig??!!?? Oder man besucht eine Massenveranstaltung (Konzert), wo man nicht so leicht gesehen wird.

    Beeinflussend für die Entwicklung der App waren auch die kleineren Sorgen des Alltags, wie … mein Hund ist weg, habe mich verirrt, hab ein gebrochenes Bein und benötige Unterstützung – und will man in solchen Situationen dann laut über den Platz rufen?

    Das Projekt wurde durch gesellschaftliche Bobachtungen begleitet. So stellten wir u.a. fest, dass Menschen heute verhaltener sind, als früher: Sogar man möchte nicht unbedingt auffallen. Ein stiller Ruf an hilfsbereite Menschen / die direkten Freunde (SoftAngels) in nächster Nähe, gehört zu den Absichten unserer Idee. Und wir haben für unser Projekt noch einige Überraschungen parat. Kann spannend werden!

    Jedenfalls bedanken wir uns für jedes Feedback herzlich!

    Uli

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